Wir bieten eine leitliniengerechte Diagnostik für Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) und Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) bei Erwachsenen an — orientiert an den aktuellen S3-Leitlinien. Anlass sind häufig langjährige Depressionen, Angststörungen oder chronische Erschöpfungszustände, die auf die üblichen Behandlungen nur unzureichend ansprechen (therapierefraktär verlaufen) — dahinter verbergen sich nicht selten unerkanntes Masking und ein autistisches Erschöpfungssyndrom.
Für Patientinnen und Patienten: So läuft die Diagnostik ab
- Ausführliche klinische und biografische Anamnese, wenn möglich unter Einbezug fremdanamnestischer Angaben
- Strukturierte klinische Interviews
- Testpsychologische Untersuchungen mit etablierten Selbst- und Fremdbeurteilungsverfahren
- Sorgfältige Differenzialdiagnostik (z. B. Abgrenzung von Depressionen, Angst- und Traumafolgestörungen)
- Schriftliches Kurzgutachten mit Diagnose und Behandlungsempfehlungen — auch für weiterbehandelnde Ärztinnen, Ärzte und Therapeuten
Ein ADOS-2 wird bei Erwachsenen in unserer Praxis nicht durchgeführt; die Diagnostik stützt sich auf die klinische Untersuchung, strukturierte Interviews und testpsychologische Verfahren, wie es die Leitlinie für Erwachsene vorsieht.
Mehr über unser Verständnis von Autismus und ADHS — unsere Haltung zur Diagnose und das Angebot der Paartherapie bei Neurodivergenz — finden Sie im Bereich „Neurodivergenz verstehen".
Für Zuweiser und Behandler
Für kollegiale Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung. Die Diagnostik erfolgt leitliniengerecht (siehe oben); Befund und Kurzgutachten mit Diagnose, Differenzialdiagnostik und Behandlungsempfehlungen gehen — das Einverständnis der Patientin oder des Patienten vorausgesetzt — zeitnah an die zuweisende Praxis.
Behandlung im Anschluss an die Diagnostik: Nach entsprechender Diagnostik kann in unserer psychiatrischen Privatpraxis eine störungsspezifische, manualisierte Behandlung insbesondere der assoziierten Symptomatik erfolgen. Der Behandlungsverlauf wird dabei, wie in den Manualen vorgesehen, fortlaufend mit wissenschaftlich validierten Instrumenten gemessen.
Eingesetzte Behandlungsmanuale (Auswahl):
- Mentalisierungsbasierte Therapie (MBT) nach Bateman & Fonagy — Borderline-Persönlichkeitsstörung
- Übertragungsfokussierte Psychotherapie (TFP) nach Clarkin, Yeomans & Kernberg — Borderline-Persönlichkeitsstörung
- Psychodynamische Therapie der sozialen Phobie (Leichsenring, Beutel, Salzer et al.)
- Psychodynamische Therapie der generalisierten Angststörung (Leichsenring & Salzer)
- Panikfokussierte Psychodynamische Psychotherapie (PFPP; Subic-Wrana, Milrod & Beutel) — Panikstörung
- Analytische Langzeitpsychotherapie der chronischen Depression (LAC-Manual; Leuzinger-Bohleber, Fischmann & Beutel)
- Psychodynamische Therapie der komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung (Reddemann & Wöller)
- Psychodynamisch-Interpersonelle Therapie somatoformer Störungen (PISO; Arbeitskreis PISO)
Voraussetzung für die Aufnahme in diese Liste ist die wissenschaftliche Validierung des jeweiligen Behandlungsmanuals.
Da wir als psychotherapeutische Kassenpraxis zugelassen sind, bieten wir die ADHS-/ASS-Diagnostik privatärztlich nach GOÄ an — für Privatversicherte, Beihilfeberechtigte und gesetzlich Versicherte als Selbstzahler. Was das kostet, sagen wir vorab — Kosten und Kostenübernahme. Termine über Doctolib oder per E-Mail.
Was Sie am Ende bekommen
Am Ende steht kein bloßes Ja oder Nein. Sie erhalten einen schriftlichen Befund, der Ihre Ergebnisse auch sichtbar macht — ähnlich wie ein Laborbefund innere Werte zeigt. Die Grafiken ordnen ein, wo Sie im Vergleich zu unauffälligen Verläufen stehen. Unser Ziel ist es, Ihr Profil aus Denken, Fühlen und Verhalten besser zu verstehen — und daraus konkrete therapeutische Ansatzpunkte abzuleiten.
Das ADHS-Profil im Raum
Ihre Werte im Verhältnis zur unauffälligen Vergleichsgruppe — auf einen Blick sichtbar, wo eine Auffälligkeit liegt.
Empathisieren und Systematisieren
Zwei kognitive Stile im Verhältnis — ein anschaulicher Baustein des Autismus-Befunds.
Das Körperprofil
Über- und Unterempfindlichkeit je Sinnesbereich, Körperwahrnehmung, Gefühlserkennen und körperliche Beschwerdelast auf einem Blatt — wo Körper und Erleben zusammenhängen.
Synthetische Beispieldarstellungen zur Veranschaulichung — eigene Grafiken, keine echten Patientendaten.
Für Behandlerinnen und Behandler
Schwerpunkte für die Behandlungsplanung. Auf Wunsch werten wir die Befunde nicht nur diagnostisch aus, sondern leiten daraus eine Schwerpunktempfehlung für die Therapieplanung ab: welche Themen das Bild heute tragen, welche Behandlungsrichtung naheliegt – eher ein fokussiertes, übendes Vorgehen oder eher ein struktur- und beziehungsorientiertes – und in welcher Reihenfolge. Wo die Befundlage das nicht hergibt, sagen wir das ebenso deutlich. Die Empfehlung ist Entscheidungsunterstützung; die Indikation stellt die behandelnde Person.
Standortbestimmung bei laufender Therapie. Auch während einer laufenden Behandlung kann eine testpsychologische Standortbestimmung sinnvoll sein – wenn die Therapie stockt, wenn unklar bleibt, was die Symptomatik heute trägt, oder wenn eine zweite Perspektive auf die Indikation gewünscht ist. Wir stimmen uns dazu mit der behandelnden Person ab.
Verlaufsmessung. Ein Teil der Verfahren ist änderungssensitiv und lässt sich nach einigen Monaten wiederholen. So wird sichtbar, ob sich Symptomlast, Mentalisierungsfähigkeit oder strukturelles Funktionsniveau verändert haben – als Messung, nicht als Eindruck. Der Befund weist aus, welche Verfahren die einmalige Ausgangsdiagnostik bilden und welche als Verlaufsparameter gedacht sind.
Einzel- oder Gruppensetting. Ein autismusspezifisches gruppentherapeutisches Angebot ist in Vorbereitung. Auf Wunsch legen wir schon jetzt dar, was aus den Befunden für oder gegen ein Gruppensetting spricht und welche Anpassungen eine Gruppe bei Neurodivergenz braucht. Wir stützen uns dabei auf den aktuellen Forschungsstand: Für autistische Erwachsene ohne Intelligenzminderung liegt seit 2026 die Auswertung eines manualisierten deutschen Gruppenprogramms vor (FASTER, Universität Freiburg, 84 Teilnehmende). Soziale Reagibilität, Selbstwert und depressive Symptomatik besserten sich in kleinem bis mittlerem Ausmaß, die Lebensqualität blieb unverändert – und rund ein Drittel der Angemeldeten nahm kaum an den Sitzungen teil. Die Autorinnen und Autoren schließen daraus, dass es eine sorgfältige, autismusspezifische Vorbereitung braucht. Genau die leisten wir: eine Prüfliste für das Vorgespräch – was spricht dafür, was dagegen, was muss der Rahmen können. Eine Eignungsentscheidung ist das nicht – über die Aufnahme in eine Gruppe entscheidet immer das Vorgespräch.
Kombination von Einzel- und Gruppentherapie. Die Psychotherapie-Richtlinie erlaubt es, Einzel- und Gruppentherapie zu kombinieren – auch mit Schwerpunkt auf der Gruppe. Unsere Haltung dazu ist zurückhaltend gestuft: Eine Gruppe steht bei Neurodivergenz sinnvollerweise nicht am Anfang einer Behandlung. Zuerst braucht es, was die Einzelbehandlung herstellt – einen verlässlichen Rahmen, eine tragfähige Beziehung und ein Setting, das zur eigenen Reizverarbeitung passt. Dann kann die Gruppe der Ort werden, an dem sich Verbundenheit und Getrenntsein mit anderen erproben lassen – mit einer strukturierten Einführung vorab und einer begleitenden Einzelstunde, die auffängt, was die Gruppe anstößt. Bei ADHS gehört nach der Studienlage die medikamentöse Behandlung mit in die Abwägung — wie wir diese Frage stellen und was die Evidenz dazu hergibt, steht unter Medikamente: was wir wissen und was nicht. Was davon im Einzelfall sinnvoll ist, besprechen wir in der Befundbesprechung.
Weitervermittlung. Ergibt sich ein Behandlungsbedarf, den wir selbst nicht abdecken, benennen wir das und unterstützen bei der Suche nach einem passenden Verfahren oder Setting.
Alle Empfehlungen sind Entscheidungsunterstützung auf Basis der Testbefunde – keine Behandlungsverordnung. Über Therapieform und Setting entscheiden Patientin oder Patient und die behandelnde Person gemeinsam. Zur Gruppenstudie: Schweizer et al. (2026), Frontiers in Psychiatry, doi 10.3389/fpsyt.2026.1863942 – naturalistische Einarm-Studie ohne Kontrollgruppe; die Ergebnisse belegen keine Ursache-Wirkungs-Beziehung.
Kosten und Kostenübernahme
Was uns wichtig ist: Am Ende soll kein Etikett stehen, sondern ein Verständnis — ein Befund, den Sie lesen und einordnen können und aus dem sich konkrete nächste Schritte ergeben. Daran richtet sich auch der Umfang der Diagnostik aus: so gründlich, wie es die Fragestellung verlangt, und nicht gründlicher. Und Sie wissen, worauf Sie sich einlassen, bevor wir beginnen.
Die Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Vor Beginn schließen wir eine schriftliche Honorarvereinbarung; dazu erhalten Sie eine detaillierte Kostenaufstellung mit GOÄ-Ziffern und Zeitkontingenten. Im Regelfall liegt die Abklärung einer Fragestellung — ADHS oder Autismus — bei 420,11 €. Werden beide Fragestellungen in einer Abklärung zusammengeführt, sind es 495,86 €, da Screening, Erstgespräch, strukturiertes Interview, Befundbesprechung und Kurzgutachten dann nur einmal anfallen.
Vertiefende differenzialdiagnostische Module — etwa eine Fremdanamnese, ergänzende strukturierte Interviews, weitere Testbatterien zu Persönlichkeit, Struktur, Angst oder Körperwahrnehmung oder ein Traumamodul mit ausführlicher Anamnese — empfehlen wir nur dann, wenn Screening oder Befund dafür einen konkreten Anhalt geben, und immer erst nach Absprache mit Ihnen; je nach Umfang liegen sie zwischen 67,04 € und 142,48 €. Berechnet werden ausschließlich tatsächlich erbrachte Leistungen; nicht benötigte Module entfallen ersatzlos.
Wer trägt die Kosten?
Privatversicherte und Beihilfeberechtigte: Eine leitliniengerechte, gründliche Differenzialdiagnostik nach GOÄ ist in der Regel erstattungsfähig. Maßgeblich ist Ihr jeweiliger Tarif — bitte klären Sie die Kostenübernahme vorab mit Ihrer Versicherung bzw. Beihilfestelle. Die Kostenaufstellung mit GOÄ-Ziffern erhalten Sie von uns auch vorab zur Einreichung.
Gesetzlich Versicherte: Da unsere Praxis primär als psychotherapeutische Kassenpraxis zugelassen ist, kann diese psychiatrische Spezialdiagnostik nicht über die Chipkarte abgerechnet werden. Sie können die Diagnostik als Selbstzahlerleistung in Anspruch nehmen — auf Wunsch stellen wir die günstigste leitliniengerechte Variante zusammen, auch als Antrag auf Kostenerstattung bei Ihrer GKV.
Zum Nachlesen
Die vollständige Aufschlüsselung mit allen GOÄ-Ziffern finden Sie hier:
- Kosteninformation ADHS-Diagnostik (PDF)
- Kosteninformation Autismus-Diagnostik (PDF)
- Kosteninformation Kombi-Diagnostik ADHS + Autismus (PDF)
Stand: August 2026. Diese Aufstellung dient der Orientierung und ist kein Vertrag; maßgeblich sind die Honorarvereinbarung und die tatsächliche Leistungserbringung. Bitte sagen Sie vereinbarte Termine spätestens 24 Stunden vorher ab; bei kurzfristigerer Absage wird ein Ausfallhonorar von 60,00 € berechnet.
Häufige Fragen zur ADHS- und Autismus-Diagnostik
Wie läuft eine ADHS-Diagnostik bei Erwachsenen in Münster ab?
Die Diagnostik umfasst eine ausführliche klinische und biografische Anamnese, nach Möglichkeit unter Einbezug fremdanamnestischer Angaben, strukturierte klinische Interviews sowie testpsychologische Untersuchungen mit etablierten Selbst- und Fremdbeurteilungsverfahren. Am Ende steht ein schriftliches Kurzgutachten mit Diagnose, Differenzialdiagnostik und Behandlungsempfehlungen.
Führen Sie bei Erwachsenen ein ADOS-2 durch?
Nein. Ein ADOS-2 wird bei Erwachsenen in unserer Praxis nicht durchgeführt. Die Diagnostik stützt sich auf die klinische Untersuchung, strukturierte Interviews und testpsychologische Verfahren, wie es die Leitlinie für Erwachsene vorsieht.
Für wen ist die ADHS- und Autismus-Diagnostik gedacht?
Das Angebot richtet sich an Privatversicherte und Beihilfeberechtigte sowie an gesetzlich Versicherte als Selbstzahler. Da die Praxis als psychotherapeutische Kassenpraxis zugelassen ist, kann die Spezialdiagnostik nicht über die gesetzliche Krankenversicherung abgerechnet werden. Vorab erhalten Sie eine Kostenaufstellung mit GOÄ-Ziffern und Zeitkontingenten — auch für das Kostenerstattungsverfahren.
Wie sind die Kosten der Diagnostik geregelt?
Uns ist wichtig, dass am Ende ein verständlicher Befund steht und dass Sie vorher wissen, worauf Sie sich einlassen. Die Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ); vor Beginn schließen wir eine schriftliche Honorarvereinbarung und Sie erhalten eine detaillierte Kostenaufstellung mit GOÄ-Ziffern und Zeitkontingenten. Der Umfang richtet sich nach der Fragestellung — vertiefende Module empfehlen wir nur, wenn Screening oder Befund einen konkreten Anhalt geben, und immer nach Absprache; berechnet wird ausschließlich, was tatsächlich erbracht wurde. Die aktuellen Beträge finden Sie im Abschnitt „Kosten und Kostenübernahme“ und in den Kosteninformationen als PDF.
Wann ist eine Abklärung sinnvoll?
Häufiger Anlass sind langjährige Depressionen, Angststörungen oder chronische Erschöpfungszustände, die auf die üblichen Behandlungen nur unzureichend ansprechen. Dahinter verbergen sich nicht selten unerkanntes Masking und ein autistisches Erschöpfungssyndrom.
Was passiert nach der Diagnostik?
Im Anschluss kann in der psychiatrischen Privatpraxis eine störungsspezifische, manualisierte Behandlung insbesondere der assoziierten Symptomatik erfolgen. Der Verlauf wird dabei fortlaufend mit wissenschaftlich validierten Instrumenten gemessen. Befund und Kurzgutachten gehen — Einverständnis vorausgesetzt — zeitnah an die zuweisende Praxis.
Wie bekomme ich einen Termin?
Termine für privatärztliche Behandlungen und für die Diagnostik vereinbaren Sie am besten über Doctolib oder per E-Mail. Für die psychotherapeutische Sprechstunde erreichen Sie uns telefonisch unter 0251 97 44 63 48.